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Aktive und passive Schallschutzmaßnahmen

Die Vorkehrungen zum Schallschutz setzen sich aus einer Kombination von aktiven und passiven Maßnahmen zusammen. Grundsätzlich besteht dabei ein Vorrang der aktiven vor den passiven Maßnahmen.

Aktive Schallschutzmaßnahmen

Schallausbreitung an Schienenwegen

Aktiv nennt man Maßnahmen direkt an der Strecke, wie beispielsweise Schallschutzwände. Die Schallschutzwand ist das am häufigsten eingesetzte Mittel des aktiven Schallschutzes, da sie viele Einwohner gleichzeitig vor Verkehrsgeräuschen schützen kann. Schallschutzwände sind zur Gleisseite hin hochabsorbierend gestaltet, um Schallreflexionen vollständig zu vermeiden. Manchmal sind aktive Maßnahmen aber aus technischen, wirtschaftlichen oder topografischen Gründen nicht realisierbar. Dann kommen passive Schutzvorkehrungen zum Einsatz.

Besonders überwachtes Gleis

Eine weitere aktive Schallschutzmaßnahme stellt das „Besonders überwachte Gleis“ (BüG) dar: Beim BüG misst ein eigens hierfür entwickelter Schallmesszug die Geräuschabstrahlung durch Unebenheiten auf der Schiene. Überschreiten die Messwerte den definierten Lärmpegel, werden die Schienenoberflächen mit einem speziellen Schienenschleifzug bearbeitet. Entlang der Ausbaustrecke Emmerich–Oberhausen ist der Einsatz des BüG in Teilabschnitten vorgesehen.

Schienenschleifzug im Einsatz
Ein Schienenschleifzug im Einsatz

Passive Schallschutzmaßnahmen

Passive Schallschutzmaßnahmen sind schalltechnische Verbesserungen an Gebäuden, wie der Einbau von Schallschutzfenstern und schallgedämmten Lüftern. In Einzelfällen ist ebenfalls die Dämmung von Außenwänden und Dächern möglich. Sie werden nicht nur dann eingesetzt, wenn aktive Maßnahmen nicht realisierbar sind, sondern auch ergänzend zu aktiven Schallschutzmaßnahmen, sofern allein mit diesen die vorgeschriebenen Immissionsgrenzwerte nicht eingehalten werden.

Praktische Umsetzung und Erstattung

Um zu prüfen, ob passive Schallschutzmaßnahmen erforderlich sind, führen unabhängige Gutachter eine Schalltechnische Untersuchung entlang der Eisenbahnstrecke durch. Dabei wird untersucht, an welchen Gebäuden die vorgeschriebenen Immissionsgrenzwerte überschritten werden. Wird dabei festgestellt, dass die Werte trotz aktiver Schallschutzmaßnahmen nicht eingehalten werden können, haben die Anwohner einen Anspruch auf passiven Schallschutz dem Grunde nach an ihrem Gebäude. Welche Personen einen Anspruch auf passive Maßnahmen haben, ist den Planfeststellungsunterlagen zu entnehmen.

Einbau Schallschutzfenster
Einbau eines Schallschutzfensters

Die Bahn ist als Vorhabenträgerin gesetzlich verpflichtet, die Kosten für die nötigen nachgewiesenen passiven Schallschutzmaßnahmen zu 100 Prozent zu erstatten.

Weitere Informationen zum Thema passive Schallschutzmaßnahmen bei der Lärmvorsorge finden Sie hier.

Häufig gestellte Fragen:

Bekomme ich die Kosten erstattet, wenn ich bereits vor Erlass des Planfeststellungsbeschlusses schalltechnische Maßnahmen umgesetzt habe?

Haben Sie bereits vor Erlass des Planfeststellungsbeschlusses schalltechnische Maßnahmen umgesetzt, bekommen Sie die Kosten dafür nur unter bestimmten Voraussetzungen erstattet.

Wie läuft die Prüfung des Anspruchs ab?

Die genaue Prüfung, ob und in welchem Umfang an Ihrem Gebäude Anspruch auf passiven Schallschutz besteht, erfolgt im Anschluss an die Planfeststellung, d.h. wenn der Planfeststellungsbeschluss vorliegt. Vor Ort werden insbesondere die Lage der Fenster, die Art der Verglasung sowie die Nutzung der Räume geprüft. Entscheidende Kriterien sind dabei die Raumgröße, die Größe der Fensterfläche und die Schallschutzklasse der bereits vorhandenen Fenster.

Wann werden Aufwendungen erstattet?

Wenn aus dem Planfeststellungsbeschluss hervorgeht, dass Sie einen Anspruch auf passiven Schallschutz haben, werden Ihnen die Kosten ganz oder zum Teil erstattet. Ob Ihnen die ganzen Aufwendungen erstattet werden hängt davon ab, welche Maßnahmen notwendig sind, um die Immissionsgrenzwerte einzuhalten und welche Maßnahmen von denen, die Sie umgesetzt haben, erforderlich waren.

Zahlungen für sogenannte passive Schallschutzmaßnahmen stellen eine Entschädigungs- bzw. Erstattungsverpflichtung der Vorhabenträgerin (DB Netz AG) nach § 42 des Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) gegenüber einem betroffenen Hauseigentümer dar. Dieser gesetzliche Anspruch wird fällig, sobald die notwendigen Aufwendungen im Sinne einer Vorleistung des Anspruchsberechtigten tatsächlich erbracht worden sind. Zusätzliche Voraussetzung neben dem Umstand, dass die Aufwendungen im Sinne einer Vorleistung erbracht worden sein müssen ist, dass mit dem Bau des Verkehrsweges begonnen wird.

Was sind die wichtigsten Erstattungs-Kriterien?

Art und Zustand der entfernten Fenster müssen im Nachhinein feststellbar sein, entweder gutachterlich oder durch Besichtigung der alten Fenster. Nur wenn der Gutachter die alten Fenster überprüfen kann, lässt sich feststellen, ob das Schalldämm-Maß ausreichend bzw. nicht ausreichend war oder ob der Einbau eines Schalldämmlüfters zur Einhaltung der Immissionsgrenzwerte bereits ausreichend gewesen wäre. Dabei muss auch dokumentiert sein, welches Fenster in welchem Raum eingesetzt war.
Vor Beauftragung sind mindestens drei Angebote einzuholen, von denen die Kosten des günstigsten Anbieters die Basis des erstattungsfähigen Betrags darstellen.
Das von dem Anspruchsberechtigten vorzeitig eingesetzte Geld wird nicht verzinst.
Die Originalrechnung des bauausführenden Unternehmens über die ausgeführten Lärmsanierungsmaßnahmen muss vorliegen und auf den Objekteigentümer ausgestellt sein.