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Faszination Bauen: 350 Tonnen Stahl und Beton in 30 Minuten an Ort und Stelle

Rahmenbauwerk für die Radfahrer- und Fußgänger-Unterführung an der Rahmstraße in Voerde ist eingeschoben

(Duisburg) 19 Meter lang, 3 Meter breit und 350 Tonnen schwer: Bereits in den vergangenen Wochen haben die Bauarbeiter das große Rahmenbauwerk, das später einmal die Unterführung für Fußgänger und Radfahrer an der Rahmstraße in Voerde sein wird, neben der Baustelle aus Stahl und Beton gebaut. Am späten Ostersamstagabend ist das Rahmenbauwerk über glatte und geölte Stahlbleche in nur 30 Minuten an seinen Bestimmungsort gezogen worden.

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Der Einschub im Zeitraffer
(Eine Bildergalerie finden Sie am Ende dieser Seite)

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Die neue Unterführung für Fußgänger und Radfahrer ist derzeit eine von drei Bauwerken, die die Deutsche Bahn im Rahmen der Ausbaustrecke Emmerich - Oberhausen realisiert. Insgesamt werden 55 Bahnübergänge beseitigt. 38 neue Brückenbauwerke werden errichtet. Außerdem werden neue Seitenwege zur Anbindung an neue Brücken und Unterführungen gebaut. „In Abstimmung mit den Kommunen und den Anwohnern ersetzen wir schon heute ausgewählte Bahnübergänge, damit die lästige Wartezeit vor geschlossenen Schranken entfällt“, sagt Projektleiter Stefan Ventzke.

Bevor aber das neue Rahmenbauwerk eingeschoben werden konnte, musste erst einmal Platz geschaffen werden. Mit Beginn der Sperrpause für die Züge – Karfreitag, 3. April ab 4:30 Uhr, haben die Baufirmen auf einer Länge von rund 40 Metern die Gleise getrennt und abgebaut. Schwellen und Schotter folgten. Bevor dann der Zweiwegebagger die Baugrube ausheben konnte, wurden Spundwände in die Erde gerammt. Sie verhindern, dass Erdreich beim ausbaggern nachrutscht. Eine besondere Herausforderung ist die Grundwasserhaltung. Schon seit Januar 2015 wird über vier Tiefbrunnen und eine Pumpenanlage das Grundwasser aus der Baugrube in einen Entwässerungsgraben abgeleitet. „Anfangs haben wir rund 270.000 Liter Wasser pro Stunde abgepumpt“, berichtet Hans-Dieter Lukas, Teamleiter Bautechnik im Großprojekt Ausbaustrecke Emmerich-Oberhausen. „Das entspricht etwa der Füllung von 2.000 Badewannen.“

Für den eigentlichen Einschub wurden unter vier seitlichen Konsolen am Bauwerk hydraulische Pressen angebracht. Diese Pressen wiederum standen auf glatten Stahlblechen, die – wie in einer Waschstraße für Autos – als Spurbahn funktionierten. Die Pressen haben den Rahmen angehoben. Dann wurde er mit starken Stahlseilen über die Spurbahn in seine endgültige Position gezogen. „Das ist schon ein heikler Moment, weil immer die Sorge besteht, dass sich der große Rahmen hätte verkeilen können. Das hätte einen Zeitverlust bedeutet und den können wir uns bei diesem engen Zeitplan nicht leisten. Schließlich sollen Dienstagmorgen die Züge wieder pünktlich fahren“, so Lukas. Nur 96 Stunden Zeit haben die Bauleute insgesamt zur Verfügung. Etwa 50 Personen – Bauarbeiter, Prüfingenieure und Bauüberwacher – arbeiten deshalb 24 Stunden am Tag und in der Nacht, damit alles pünktlich fertig wird. Bis jetzt liegt alles im Zeitplan. Als nächstes müssen die Baugrube wieder verfüllt, die Erde verdichtet und die Gleise neu verlegt werden. Für den Zugverkehr wird die Strecke voraussichtlich am frühen Dienstagmorgen, 7. April ab 3 Uhr, wieder freigegeben, wenn der Inbetriebnahmeverantwortliche der Deutschen Bahn seine Qualitäts- und Sicherheitsprüfung abgeschlossen hat.

Trotz des Einsatzes modernster Arbeitsgeräte ist Baulärm leider nicht zu vermeiden. Die Deutsche Bahn wird den Baulärm auf das unbedingt notwendige Maß beschränken und bittet die Anwohner um Verständnis für die mit den Arbeiten verbundenen Unannehmlichkeiten.

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